Narbenrevision

Op. Dr. Jale Özdemir Yara İzi Tedavisi

INHALT

Narbenkorrektur

Bei tiefen und großen Narben kann eine chirurgische Narbenkorrektur notwendig sein. Dabei wird der vernarbte Bereich operativ entfernt und die Haut vorsichtig wieder befestigt.

Die Haut ist ein Organ, das sich nach einer Verletzung selbst reparieren kann. In manchen Fällen können jedoch auch nach Abschluss des Heilungsprozesses bleibende Narben zurückbleiben. Eine Narbe ist eine faserige Gewebebildung, die im Rahmen des Heilungsprozesses des Körpers nach Schnitten, Verbrennungen, Operationen, Akne oder traumatischen Verletzungen entsteht. Bei einer Hautverletzung produziert der Körper ein Protein namens Kollagen, um den Reparaturprozess einzuleiten. Kollagen fördert zwar die Wundheilung, kann sich aber manchmal anders bilden als normales Hautgewebe und so bleibende Narben hinterlassen.

Was ist eine Narbe?

Es ist das Ergebnis des körpereigenen Heilungsprozesses nach einer Schädigung oder einem Trauma der Haut. Wenn die Haut verletzt ist, produziert der Körper faseriges Bindegewebe (Kollagen), um den Heilungsprozess einzuleiten. Kollagen hilft, die Wunde zu schließen und das Infektionsrisiko zu verringern, während es gleichzeitig dazu führt, dass sich die Haut anders regeneriert als normalerweise. Nach vollständiger Heilung kann eine Narbe auf der Hautoberfläche zurückbleiben, die sichtbar oder unauffällig sein kann. Narben können je nach Art der Verletzung, Heilungsprozess der Haut und individuellen Faktoren auf unterschiedliche Weise entstehen. Bei leichten und oberflächlichen Verletzungen sind Narben weniger auffällig. Narbengewebe kann in Fällen wie tiefen Schnitten, Verbrennungen oder Operationsnarben deutlicher sichtbar sein. Alter, Genetik, Hauttyp und Nachsorge nach einer Verletzung sind ebenfalls wichtige Faktoren für die Heilung einer Narbe.

Arten von Narben

Die Narbenbildung im Körper kann je nach Menge und Verteilung der Kollagenproduktion variieren. Während des normalen Wundheilungsprozesses versucht die Haut, den geschädigten Bereich mit neuen Hautzellen zu reparieren. Manchmal kann es jedoch zu einer übermäßigen Kollagenproduktion kommen, wodurch erhabene Narben wie hypertrophe Narben oder Keloide entstehen. Umgekehrt kann eine unzureichende Kollagenproduktion zur Entwicklung von eingesunkenem und eingedrücktem Narbengewebe (atrophe Narben) führen. Es gibt folgende Narbentypen:

  • Normale Narbe:  Während die Wunde heilt, entwickelt sie sich zu einer glatten, hautähnlichen Narbe. Mit der Zeit kann sie heller werden und schwer zu erkennen sein.
  • Atrophische Narben:  Dies sind eingesunkene oder eingedrückte Narben. Sie sind besonders nach Aknenarben, Windpockennarben oder chirurgischen Eingriffen sichtbar. Sie entstehen, wenn die Kollagenproduktion unter der Haut unzureichend ist.
  • Hypertrophe Narbe:  Während der Wundheilung bildet sich auf der Hautoberfläche ein sichtbares, hartes und erhabenes Gewebe. Da die Kollagenproduktion höher als normal ist, kann sich das Narbengewebe ausdehnen und die Haut rötlich oder violett erscheinen lassen.
  • Keloidnarben:  Ähnlich wie hypertrophe Narben entstehen sie durch übermäßige Kollagenproduktion, wachsen jedoch aggressiver und erstrecken sich über die Wundgrenzen hinaus. Sie treten häufiger bei Personen mit dunklerem Hautton und einer genetischen Veranlagung auf.
  • Kontrakturnarben:  Diese Narben entstehen durch Verbrennungen oder schwere Hautverletzungen. Die Haut kann sich spannen und so die Beweglichkeit einschränken. Wenn sie in Gelenken, im Nacken oder in großen Muskelgruppen auftreten, können sie zu Bewegungseinschränkungen führen.
 

Wie werden Narben behandelt?

Die Behandlungsmethoden können je nach Art, Größe und Tiefe der Narbe sowie dem individuellen Hauttyp variieren. Narben lassen sich zwar nicht vollständig beseitigen, ihr Erscheinungsbild lässt sich jedoch mit modernen medizinischen und ästhetischen Behandlungsmethoden deutlich reduzieren, was zu glatterer Haut führt. Die Narbenbehandlung erfordert je nach Narbentyp unterschiedliche Ansätze. Für verschiedene Narbentypen, darunter atrophische Narben (eingesunkene Narben), hypertrophe Narben (erhabene Narben), Keloidnarben und Kontrakturnarben, werden spezifische Behandlungsmethoden angewendet. Die zur Narbenbehandlung eingesetzten Methoden sind wie folgt:

  • Laserbehandlung: Diese  Behandlung hellt Narben auf und glättet Narbengewebe, wodurch die Haut glatter erscheint. Je nach Narbentyp können verschiedene Methoden wie fraktionierter Laser, CO2-Laser und gepulster Farbstofflaser zum Einsatz kommen.
  • Microneedling: Microneedling  basiert auf dem Prinzip, mit feinen Nadeln Mikrowunden in die Haut zu stechen. Dadurch wird die Kollagenproduktion angeregt, was zu glatteren Narben führt. Es ist eine hochwirksame Behandlung, insbesondere bei Aknenarben und atrophischen Narben (eingefallenen Narben).
  • Dermabrasion und chemische Peelings:  Bei der Dermabrasion handelt es sich um eine Behandlungsmethode, bei der vernarbte Haut mechanisch abgetragen und erneuert wird.  Chemische Peelings  hingegen helfen durch die Anwendung chemischer Peeling-Lösungen bei der Regeneration der vernarbten Hautschicht.
  • Kortikosteroid-Injektionen:  Kortikosteroid-Injektionen werden speziell bei hypertrophen Narben und Keloiden eingesetzt und tragen dazu bei, die Narbe zu verkleinern und die Schwellung zu reduzieren.
  • PRP-Behandlung (plättchenreiches Plasma):  Bei dieser Behandlung werden Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut des Patienten in die Narbe injiziert. Sie reduziert das Erscheinungsbild von Narben, indem sie die Regeneration der Hautzellen fördert. Die Wirksamkeit wird durch die Kombination mit Microneedling und Lasertherapie noch verstärkt.
  • Narbenkorrektur : Tiefe und große Narben können eine chirurgische Narbenkorrektur erfordern. Bei diesem Verfahren wird der vernarbte Bereich chirurgisch entfernt und die Haut vorsichtig wieder befestigt.
  • Silikonfolien und Kompressionstherapie:  Silikonfolien werden durch Aufkleben von silikonhaltigen Pflastern auf die Narbe aufgebracht. Silikon kann dazu beitragen, den Feuchtigkeitshaushalt der Haut aufrechtzuerhalten und so einer Verhärtung und Vergrößerung der Narbe vorzubeugen.